Der Bürgermeister fordert Mut zu Veränderungen und wünscht sich mehr Stolz auf das, was Eschborn bietet und leistet
Gestern Abend hat sich erneut gezeigt, dass der städtische Neujahrsempfang ein Publikumsmagnet ist: Mehr als 600 Besucher zog es ins Rathaus.
Eschborn.
Wilhelm Speckhardt."Hallo, hier sind wir!" Gegen halb acht schreitet Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) ans Rednerpult und ruft ins Mikrofon, um sich Gehör zu verschaffen. Gar nicht so einfach, wenn einem mehr als 600 Besucher gegenüberstehen, die am Plauschen und Schnattern sind. Auf einer kleinen Bühne im prall gefüllten, warmen Sitzungssaal redet der Rathaus-Chef 20 Minuten und 32 Sekunden tapfer gegen das Stimmengewirr derer an, die im Foyer nicht an seinen Lippen kleben.
Speckhardts Botschaft des gestrigen Freitagabends lautet: Jammern gilt nicht. Er hat seine liebe Not mit dem weit verbreiteten Wehklagen und fordert: "Dagegen müssen wir uns wehren." Er wünscht sich "Mut zu Veränderungen", um "Stillstand zu vermeiden". Der Bürgermeister sagt es nicht explizit, aber der unhörbar kritische Zungenschlag richtet sich vermutlich gegen Teile der politischen Opposition und Bedenkenträger, die großen Bauvorhaben skeptisch gegenüberstehen. Andere Meinungen sollen aber nicht unterdrückt werden. Im Gegenteil. Deswegen verweist Speckhardt, der einzige Redner des städtischen Neujahrsempfangs, auf die Reihe "Bürgerdialog": Die Veranstaltungen und eine Internetplattform sollen es gewährleisten, "die Menschen in die meinungsbildenden Prozesse einzubeziehen".
Charmanter Service: die Zwillinge Shary (r.) und Shamim.Speckhardt plädiert für mehr Optimismus: "Ich will die derzeitige Situation nicht verharmlosen, aber eines steht trotzdem fest: Uns geht es richtig gut, und Gejammer ist nicht angebracht." An dieser Stelle brandet Beifall auf. Speckhardt erscheint "das lautstarke Beklagen von angeblichen Missständen, scheinbar falsch gesetzten Prioritäten, einer Vernachlässigung sozialer Aspekte und anderen Forderungen, wie es im vergangenen Jahr in Eschborn ab und an zu vernehmen war, ein Jammern auf extrem hohem Niveau zu sein".
Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Rümann-Heller herzt ihren Vorgänger Horst-Günter Döll (kleines Foto). Links neben ihr steht ihr Lebensgefährte Philipp Zimmer.Mit Blick aufs finanziell sehr gut gestellte Eschborn betont Speckhardt: "Wenn Sie mit mir zurückschauen auf das Erreichte – und dies offen und nicht parteipolitisch tun – müssen Sie viel Positives erkennen, um das uns andere kleine Städte sehr beneiden." Er nennt unter anderem die gut ausgebaute Kinderbetreuung, die Erweiterung der Skulpturenachse und den Ausbau der Westerbach-Sportanlage in Niederhöchstadt. Speckhardt: "Wir können deshalb auf das, was wir erreicht haben, sehr stolz sein."ask (ask)
Quelle: Artikel und weitere Pressesplitter sämtlich FNP vom 13. Januar 2012
Extra: „Durchbruch“
Nach jahrelangen Diskussionen in den parlamentarischen Gremien und nach zahlreichen Gesprächen liegen jetzt allem Anschein nach greifbare Resultate zum Thema stationäre Betreuungsangebote für Senioren und Servicewohnen für die ältere Generation auf dem Tisch.
"Für das Projekt in Niederhöchstadt haben wir vor Weihnachten den Durchbruch geschafft", sagte Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) gestern Abend. Der Rathaus-Chef versprach: "Die Stadtverordneten werden sich jetzt in Kürze mit der Vorlage befassen können." Speckhardt weiter: "Ich denke, es wurde ein gutes Ergebnis erreicht, das zum einen die Qualität des Angebotes sichert und zum anderen das finanzielle Engagement der Stadt Eschborn überschaubar hält." Einzelheiten nannte der Bürgermeister noch nicht. Die schwarz-grüne Koalition hatte zugesagt bis Ende 2011 mit einem Betreiber einig zu werden oder selbst einzuspringen für den Fall, dass dies nicht gelingen würde. ask
Artikel vom 13. Januar 2012, 22.39 Uhr (letzte Änderung 14. Januar 2012, 04.46 Uhr)
Gästeliste
Wie viele Menschen besuchten gestern Abend den Neujahrsempfang? Schwer zu schätzen. Mehr als 600 mindestens. Vielleicht sogar 700 und mehr.
Ein klitzekleiner Auszug aus der Gästeliste:
Horst-Günter Döll, ehemaliger Stadtverordnetenvorsteher, ließ sich blicken, ebenso, fast schon Stammgast, Heinz Riesenhuber, Alterspräsident des Deutschen Bundestags. Eschborns Alt-Bürgermeister Hans-Georg Wehrheim und Martin Herkströter fanden den Weg ins Rathaus, genau wie Horst-H. Schneider ("Schneider Deutschland"), der frühere Leiter der Heinrich-von-Kleist-Schule. Schauspieler Wolfgang Kaus war einer der Vertreter der Kulturszene. Stephan Gieseler, Direktor des Hessischen Städtetages, zeigte Flagge. Vereine, Unternehmen – sie alle schickten Repräsentanten. ask (ask)
Alte Mühle
Bei keinem großen Projekt der vergangenen Jahre hat sich die Stadt mehr um Bürgerbeteiligung bemüht als bei der Sanierung der Alten Mühle: Sie beraumte zig Anwohnerversammlungen und den Bürgerdialog an. "Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen können", verkündete Bürgermeister Wilhelm Speckhardt gestern. ask
Info: Daran wird 2012 gearbeitet
Der neue Sportpark ist noch nicht in Sicht, aber auf der Heinrich-Graf-Sportanlage wird‘s konkret: Noch in diesem Jahr soll der, je nach Wetterlage, staubig-knatschige Hartplatz in einen Kunstrasen umgewandelt werden. Eine willkommene Verbesserung für die Fußballer des 1. FC Eschborn. Im Etat steht rund eine Million Euro zur Verfügung. ask
Der Abriss und Neubau der Stadthalle (rechts im Bild der große Sitzungssaal) sind unstrittig. Aber das Rathaus? Abriss/Neubau oder Sanierung? Das sind die Varianten, über die am Sonntag, 22. April, beim Bürgerentscheid entschieden wird. ask
Notfallzentrum:. Heinrich-Graf-Sportanlage, Musikschule, Neubau Stadthalle/Rathaus, Alte Mühle – diese Projekte will die Stadt Eschborn in diesem Jahr angehen, realisieren beziehungsweise fortführen (siehe oben). Dies kündigte Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) beim Neujahrsempfang an. Ferner stehen folgende Vorgaben an:
An der L 3006 soll ein Neubau für Feuerwehr und ASB entstehen. Dort sind, wie das Kreisblatt exklusiv berichtete, Teile eines Webstuhls aus vorchristlicher Zeit gefunden worden. Noch sind auf dem Gelände Fachleute zugange, die den Boden auf archäologische Funde hin untersuchen. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.
Verbindungstrasse: Nach wie vor in Planung ist die Verbindung zwischen den Gewerbegebieten Süd und Ost – "unter Beachtung eines sehr guten Lärmschutzes für die Anwohner", wie der Bürgermeister gestern hervorhob. 400 000 Euro stehen für die "Projektsteuerung" zum Bau dieser Trasse im Etat. ask