20.09.2010 - Gemeinde/ Stadt
Autor: CDU - SV Hattersheim
CDU kritisiert Franssens Aussage zu Stolpersteinen
Geschrieben von: Höchster Kreisblatt
Hattersheim. Das Thema «Stolpersteine» sorgt für Diskussionen. Die Steine, die zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes im Hattersheimer Stadtgebiet vor den einstigen Wohnhäuser der Opfer gesetzt werden sollen (siehe HK-Bericht vom 2. September), finden nicht bei allen Hauseigentümern Gefallen. Deshalb war ein Arbeitskreis bemüht, mit den Besitzern eine möglichst einvernehmliche Lösung zu finden – was auch bei fast allen betroffenen Hauseigentümer gelang.
«Nur mit Einwilligung»
Nun regt sich die CDU in diesem Zusammenhang über eine Aussage von Bürgermeister Hans Franssen (SPD) auf, die in unserem Bericht wie folgt wiedergegeben wurde: «Am Ende aber werde man ohnehin alle Platten verlegen, betonte Bürgermeister Fransen, die Bürgersteige sind städtisches Gelände.» Der Chef des CDU-Stadtverbandes Hattersheim, Klaus Schindling erklärte dazu: «Dem Bürgermeister scheinen seine eigenen Worte von vor einigen Wochen nicht mehr erinnerlich zu sein.» Schindling verweist auf die Mitte Mai zum Thema «Stolpersteine» anberaumte Bürgerversammlung. Dort habe Hans Franssen das anwesende Publikum zwar über die Zuständigkeit der Verwaltung hinsichtlich der Bürgersteige informiert. Zugleich habe der Hattersheimer Rathauschef jedoch betont, dass eine Verlegung dieser Gedenksteine in keinem Fall ohne Einwilligung der Anwohner erfolgen werde.
«Sensibles Verhalten»
«Auf dieser Bürgerversammlung erweckte der Bürgermeister einmal mehr den Eindruck, dass ihm ein Einvernehmen mit den Anwohnern wichtig sei», erklärte Klaus Schindling. «Da einige Anwohner Bedenken anmeldeten, weil sie eventuelle Beschädigungen an ihrem Eigentum befürchten und somit der Verlegung der Steine widersprachen, soll die Setzung der Steine nun wohl gegen den Willen einiger Bürger durchgeführt werden» mutmaßt der Christdemokrat. Franssen habe, so erläuterte Schindling weiter, «aufgrund fehlender Zustimmungsbedürftigkeit keinerlei Zugeständnisse an die Anwohner gemacht, wolle sich lediglich mit den Anwohnern «ins Benehmen» setzen, so die von Fransen konstruierte, neue Wahrheit aus dem Rathaus. «Dieses besonders sensible Verhalten des Noch-Bürgermeisters gegenüber Bürgern reiht sich nahtlos in die Aussagen seiner Mitarbeiterin Ulrike Milas-Quirin ein, die das nächtliche Ruhebedürfnis von Anwohnern der Frankfurter Straße als ,allgemeine Dünnhäutigkeit der Anwohner‘ abtut – ein», meinte der CDU-Vorsitzende ironisch.
*Bildunterschrift: Solche Gedenksteine wie in Hochheim sollen bald auch in Hattersheim verlegt werden. Foto: Franz Schmidt